Soziales Lernen versus Formales Lernen

Der Unterschied zwischen Sozialem und Formalem Lernen

 

Auf dem Trainingsgelände, auf dem Vereinsplatz und in der Hundeschule funktioniert alles ganz ordentlich, aber sobald das Erlernte draußen in der Umwelt umgesetzt werden soll, klappt es bei Reizkonfrontationen fast gar nicht bis überhaupt nicht mehr.

Warum sind so viele Hundehalter mit den Erfolgen und Ergebnissen ihrer Vierbeiner nicht glücklich, obwohl sie jahrelang in die Hundeschule gehen?

Die 25-jährige Krissi Emich aus Roßdorf, Studentin der Sportwissenschaft und aktive Turnierhundesportlerin mit der sechs Jahre alten Border Collie Hündin Maya , hat Hans Schlegel mit dieser Frage konfrontiert. Viele Fachexperten und Hundeschulen knüpfen mittlerweile an seiner Aufbauarbeit an.

Auf „Persönlichkeit statt Leckerlis“ versuchen sich heute immer mehr Hundetrainer und Institutionen. Trotzdem gilt Hans Schlegel als Pionier in der Szene, der die neuzeitliche Form der Mensch-Hund-Beziehung definiert und gleichzeitig den Unterschied zwischen Bindung und Beziehung begründet hat. Diese Kommunikationsebene baut er ohne den Einsatz von Leckerlis und Spielzeug, dafür mit viel Herz und Verstand auf. Das Wesentliche daran ist, dass bei diesem Beziehungsaufbau die natürlichen Motivprogramme der Beutegreifer berücksichtigt werden und möglichst auf die Leine verzichtet wird, damit der Mensch als Beobachter und „Leader“ seine Sinne schärfen und der Hund frei lernen kann. „Nur ein freier Hund lernt die wirkliche Freiheit kennen. Wenn Respekt und Vertrauen im Gleichgewicht sind, ist Harmonie die Ernte.“, erläutert Hans Schlegel seinen Schritt in die große Freiheit der Vierbeiner.

Krissi Emich: Hans Schlegel, was hat Sie zu Ihrer Methode bewogen, die Mensch-Hund-Beziehung in der Art und Weise zu begründen, wie Sie diese heute erarbeiten?

Hans Schlegel: Das war über viele Jahre harte Arbeit im Alleingang. Ich selbst arbeite seit 35 Jahren nach diesem Modell. Ihr Grundprinzip ist „Beobachten – Erkennen – Handeln“, auf der mentalen Ebene „Kopf – Herz – Hand“.  Das erkennen der Motive eines Verhaltens ist ein natürliches und fundiertes Naturprinzip der Beutegreifer allgemein. Die eher technisch orientierten nennen ihr Tun schlicht „Bewegung – Disziplin – Zuneigung“ – ihr Handeln ist oft nicht verständlich oder begründbar. Das Verstehen meiner Methode setzt voraus, dass die Motive und deren Programme während eines Verhaltens genau beobachtet werden. Diese Vorgehens- bzw. Arbeitsweise liegt mir seit jeher im Blut, denn ich arbeite so auch mit Raubkatzen und Greifvögeln. Das Einhalten einer Methode und das Verstehen ihrer natürlichen Grundprinzipien stellen bei der Arbeit mit einem Raubtier die Lebensversicherung für einen Tiertrainer dar. Hunde haben fast die genau gleichen Prinzipien, nur die Risiken, dass der Mensch bei eigenem Fehlverhalten getötet wird, ist deutlich geringer, weshalb in der Hunde-Erziehung während vieler Jahre eher auf Vermenschlichung, Locken und Bestechen gesetzt wurde. Für mich ist es besonders wichtig, dass einem Tier generell und dem Hund im Speziellen möglichst natürlich gegenüber getreten wird, ohne die Stimme zu verstellen und den Körper zu verrenken. Ein natürlicher, authentischer Auftritt bringt die schnellsten und nachhaltigsten Erfolge!

Ein Kommentar zu “Soziales Lernen versus Formales Lernen

  1. Hans Schlegel sagt:

    Ich wünsche Dir viel Freude am lesen. Bei Fragen kannst Du uns gerne hier direkt schreiben.
    Herzlichst, Hans & Team

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