Konfrontationen erfordern Voraussicht

Wanderwoche_Tirol

Die gezielte Konfrontation

Unter gezielter Konfrontation wird die bewusst herbeigeführte Begegnung des Hundes mit einem Außenreiz verstanden. Beliebt hierfür ist die Übung „Liebe Nachbarin“: Der Hund entdeckt die liebe Nachbarin und wird unruhig. Im Gegensatz zu seinem Hund bleibt der Halter ruhig und gelassen und führt ihn mittels der Distanzkontrolle dem Reiz entgegen. Auf eine Entfernung von zehn Metern kommandiert er seinen Hund ins „Sitz“ und wartet neben ihm, während die Nachbarin auf ihn zukommt. Dann geht er auf sie so zu, dass zwischen ihm und seinem ruhig sitzenden Hund eine Distanz von etwa drei Metern entsteht. Er begrüßt die Nachbarin und wechselt ein paar Worte mit ihr. Begrüßung und Wortwechsel sollten zu Beginn der Ausbildung nicht länger als drei Minuten dauern. Anschließend verabschiedet er sich von ihr und kehrt zu seinem Hund zurück. Sollte dieser sich in der Zwischenzeit hingelegt haben, ist das kein Fehler, denn ein ruhender Hund nimmt die Platzposition ein – und Ziel dieser Übung ist ja, dass der Hund zur Ruhe kommt. Wenn er sich hingelegt hat, gibt der Hundehalter ihm das Kommando „Sitz“, wartet fünf Sekunden und setzt seinen Spaziergang fort. Diese Übung sollte mindestens siebenundzwanzig Mal wiederholt werden, damit das Lernziel neu verankert ist und der Hund keine Personen mehr anspringt und belästigt. Er wird danach allen Reizsituationen sehr ruhig begegnen.

Die kontrollierte Konfrontation

Die kontrollierte Konfrontation bezeichnet die Absicherung des Hundes aus der Bewegung. Das heißt, der Halter geht zunächst mit seinem Hund auf den Reiz zu, befiehlt ihn dann aus der Bewegung heraus ins „Platz“, setzt seinen Weg auf den Reiz, ohne seine Gangart zu unterbrechen, fort und umgeht diesen einmal im Gegenuhrzeigersinn. Abermals ohne die Gangart zu unterbrechen oder zu verändern, geht der Halter direkt zu seinem Hund zurück, wartet dort fünf Sekunden, nimmt ihn ins „Sitz“, wartet wieder fünf Sekunden und führt den Spaziergang anschließend fort. Der Hund wird beim Zurückkehren nie gelobt, da am Anfang immer eine Restspannung vorhanden ist. Bei einem Lob könnte er ausbrechen und sein selbst belohnendes Triebziel ansteuern. Die vom Hundehalter angebotene Bewegung ist als Lob anzusehen.
Wenn sich später wieder einmal ein Fehler einschleicht, kann dieser mit der „kontrollierten Konfrontation“ stets aufs Neue neutralisiert werden.

Bei allen Übungen stellt die vom Hundehalter neu- bzw. wiedergewonnene innere Sicherheit den größten Einfluss- und Erfolgsfaktor dar. Die Konfrontationsformen sind lediglich technische Absicherungen des Lernziels.

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