Der Motipark (Formales Lernen)

Motivationspark als Triebfeder

Wenn wir mit Triebhilfen arbeiten, sollten diese in Beschaffenheit, Aktionsradius und Timing gut ausgewählt und richtig eingesetzt werden. Wer ein Ziel anstrebt, hat auch einen bestimmten Grund, weshalb er das tut. Dieser Grund, respektive das Motiv ist der Antrieb für die Zielerreichung, und aus ihr wächst die Motivation. Beim Menschen können Neugier und Interesse, aber auch Belohnung ein intrinsisches Motiv sein. Unrealistisches Wunschdenken und Gruppendruck gehören eher zu den extrinsischen Motiven, die nur selten zum Erfolg führen.

Die Gründe, weshalb ein Hund sich trieblich lenken lässt, entspringen der instinktiven Befriedigung seiner Grundbedürfnisse. Die Aussicht auf Nahrung, auf gemeinsames Jagen oder auf soziale Kontakte spricht ihn am intensivsten an und fördert seine Kooperationsbereitschaft mit seinem Menschenpartner. So verschieden solche Bedürfnisse von jedem Tier wahrgenommen werden, so unterschiedlich sind auch die Motivationsformen, die zur Anwendung kommen.

Während der eine Hund vor allem auf Futter reagiert, spricht der andere mehr auf Spielzeug an. Im Motivationsaufbau gibt es deshalb kein „Richtig“ oder „Falsch“. Wichtig ist, Hilfsmittel erst in der Konditionierungsphase einzusetzen, und nicht schon in der Lernphase. Während beim Lernen die herzliche Beziehungsfähigkeit das A und O ist, stehen beim Konditionieren Spiel und Spaß für Mensch und Tier im Mittelpunkt.

Motipark soll Spass machen

Motivationspark – Freude und Spass soll es machen!

Eine motivierende Beschäftigung fördert die Konzentration des Hundes auf seinen Halter und wirkt sich sehr positiv auf die gegenseitige Bindung aus. Mit jedem Spiel kann die Begeisterung des Hundes gesteigert werden, vor allem dann, wenn seine Vorlieben bekannt sind.

Eine geeignete Form des Spiels ist der Motivationspark – die Sammlung aller Gegenstände, die der Hund begehrenswert findet und die nur in der gemeinsamen Beschäftigung eingesetzt werden. Bei der Arbeit mit dem Motivationsparkpark ist es vor allem die Abwechslung, die den Hund ansprechen und seine Konzentration über längere Zeit aufrechterhalten soll. Für das gemeinsame Spiel wird eine möglichst große Wiese ausgesucht und der Hund in die frei abgelegt.

Um die Spielphase zu beginnen, geht der Hundehalter in einem rechten Winkel rund zehn Meter von seinem Hund weg und deponiert dort die Tasche mit den Spielsachen. Einen Gegenstand wählt er aus und entfernt sich nun so weit wie möglich in Blickrichtung des Hundes. Je weiter, desto besser. Auf einer Distanz von rund hundert Metern bleibt der Hundehalter stehen, dreht sich zu seinem Hund, wartet, bis dieser ihm seine Aufmerksamkeit schenkt, und animiert ihn dann, die Beute zu greifen.

In rasantem Tempo rennt der Hund auf den Gegenstand zu und lässt sich auf ein Zerrspiel mit seiner Bezugsperson ein. Auf das Kommando „Platz“ darf der Hund die Beute behalten, er legt sich hin und lässt das Spielzeug aus.

Motipark variantenreich spielen

Motivationspark – Variantenreich und konzentriert sollst Du spielen!

Die Art und Weise, wie das Spiel fortgesetzt wird, spielt im Grunde keine Rolle, Hauptsache es macht Spaß. Apportiert der Hund gerne, werden ihm Bälle geworfen. Ist er scharf auf den Boudin (Beißwurst), kann zum Motivationslauf angesetzt werden. Dabei marschiert der Hundehalter in zügigem Tempo, das Spielzeug an die rechte Schulter haltend, und animiert den Hund mit freudiger Stimme dazu, ihm mit sauberem Anschluss auf der linken Seite zu folgen. Ziel ist die Konzentration des Hundes auf den Hundehalter für dreißig Minuten, und zwar auch dann, wenn mehrere Teams einen Platz gemeinsam nutzen.

Auf allen Seiten fliegen Spielsachen und ertönen Animationslaute, doch der Hund soll sich nur auf den eigenen Halter konzentrieren. Sobald er sich auf ein fremdes Spielzeug stürzen oder mit einem Artgenossen spielen will, erfolgt sofort das Abbruchkommando „Platz“ für alle beteiligten Tiere. Lässt die Konzentration eines Hundes nach, hat der Hundehalter dank des Motiparkes die Möglichkeit, ein anderes Spielzeug aus der Tasche zu nehmen und den Hund wieder neu für sich zu gewinnen.

Kaum ein Hundehalter, der mit dem Substanzaufbau seines Hundes beginnt, ist in der Lage, ihm 30 aktionsgeladene Minuten am Stück zu entlocken. Meist ist der Halter selbst schon nach einer viel kürzeren Zeit ausgepowert. In diesen Momenten wird der Hund unter all den spielenden Artgenossen in die Freiablage abgelegt und der Halter entfernt sich mindestens zwanzig Meter von ihm. So kann er selbst regenerieren, und sein Hund lernt gleichzeitig, die starken Außenreize selbständig zu verarbeiten.

Die großen Unterschiede in der Konditionierung

Die großen Unterschiede in der Konditionierung

Es liegt in der Natur des Hundes, dass jeder einzelne individuell animiert werden muss. Nicht jede Rasse lässt sich gleich motivieren. Es gibt den hochtriebigen, engagierten und fleißigen Typ, der dem Menschen gefallen möchte, ebenso wie den passiven, desinteressierten Hund, für den sein Halter viel Überzeugungskraft benötigt.

Auch bei den Menschen gibt es Unterschiede: Der intrinsisch motivierte Mensch bestimmt seine Aktivitäten selbst. Er handelt aus eigenem Interesse und braucht keine Anstöße von außen. Seine Taten stimmen mit seiner inneren Überzeugung überein und werden deshalb vom Hund auch richtig verstanden. Der extrinsisch motivierte Mensch dagegen handelt nicht spontan und lässt sich von anderen Personen beeinflussen. Er verhält sich unsicher und verkrampft, was ein ausgelassenes Spiel bremst. Die Harmonie kommt also auch beim Spiel aus dem Inneren und kann nicht erzwungen werden.

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